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Die Vergangenheit schlägt vor, aber verpflichtet nicht, die Gegenwart wird in gleichem Maße vom Zufall und der freien Entscheidung wie vom Erbe der Vergangenheit bestimmt.


Jacques Le Goff, Du ciel sur la terre
Die Drei Bienen

Protagonisten der Geschichte

Der Mediävist Jacques Le Goff sieht in einem "langen Mittelalter" die historischen und kulturellen Wurzeln Europas. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert bildete sich im feudalen Europa eine neue Mentalität und Lebensform heraus, die zu epochalen Veränderungen führen sollte. Es handelte sich um eine wahrhaftige kulturelle Revolution, die neue menschliche Werte einführte und dem Wissen, der Gelehrsamkeit, der Arbeit und Produktion, dem Frieden, den Burgstädten sowie dem Handwerk eine große Bedeutung zumaß. Aber es entstand auch ein neuer Sinn für die irdischen Freuden: Musik, Literatur, Frauen, Kleidung und Mode, Nahrung und Wein. Dieser Epoche haben wir die Knöpfe, Hosen und Unterhosen, die Brille, das Papier, den Buchdruck, die arabischen Zahlen, die Universitäten, die Banken, die musikalische Notation und die Tonleitern, die Spielkarten, das Schachspiel, die Betäubung, die Fenstergläser, die Wasser- und Windenergie, den Kompass und das Steuerruder, die Uhr und vieles andere, und nicht zuletzt... das Purgatorium zu verdanken.

Die Protagonisten dieser Epoche hinterließen in ganz Europa tiefe Spuren: die Mönche und religiösen Orden, Karl der Große, Heilige wie Sankt Jakob von Compostela, Päpste wie Gregor VII., Ludwig IX., die Militärorden und die Kreuzzüge, die großen Dynastien und die Handwerkszünfte.

Es waren diese tiefgreifenden Veränderungen, die in der Val d'Elsa und längs des toskanischen Abschnitts der Via Francigena zu der größten Bevölkerungskonzentration und Urbanisierung im Italien dieser Zeit führten. Abgesehen von den großen Protagonisten wirkten in der Val d'Elsa bedeutende Persönlichkeiten wie Arnolfo di Cambio, Francesco da Barberino, Dante Alighieri, Francesco Petrarca, Giovanni Boccaccio und Andrea da Barberino.