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Das Wasser der Flüsse ist das letzte, das geht und das erste, das kommt.
So ist das Leben.

Leonardo da Vinci
Leonardo da Vinci
Leonardo da Vinci, Macchine del moto perpetuo

Der Bach Agliena (Torrente Agliena)

Der Agliena entspringt zwischen den Hügeln von Barberino Val d'Elsa und Tavarnelle Val di Pesa. Er sammelt das Regenwasser, welches dem Tal zufließt. Im Tal vereinigen sich die zwei Arme des Baches, er fließt weiter nach Certaldo und mündet in den Fluss Elsa.

Im Jahr 1000, vor der Erbauung der Stadt Semifonte, wurde ein innovatives hydraulisches System entworfen und realisiert, welches das Ziel verfolgte, die Wasserversorgung der zukünftigen Stadt und der Landwirtschaft zu sichern und eine hydrogeologische Zerrüttung der Hänge zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurde im Flussbett des Agliena ein komplexes System von 24 Dämmen angelegt, um die Geschwindigkeit des Wassers zu regulieren und kleine Wasserreserven für Trockenheitsphasen im Sommer zu gewinnen.

Das gesamte System blieb auch nach der Zerstörung von Semifonte in Funktion. 1540 befasste sich Leonardo da Vinci mit dem Agliena, worüber eine seiner Schriften im "Codex Leicester" (heute Hammer) Zeugnis gibt: "Methoden, um die Erosion der Flussufer zu vermeiden" ("Metodi per evitare l'erosione degli argini dei fiumi"). Der Agliena wurde wurde bis Ende des 18. Jahrhunderts genutzt. Danach wurde das Bewässerungssystem jedoch nach und nach vernachlässigt und schließlich aufgegeben, bis Paolo Caccetta einen Restaurierungsplan entwickelte, welcher von der Europäischen Gemeinschaft gefördert wurde. So ist das System seit 1998 wieder voll funktionsfähig.