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Wer Ohren hat, soll hören, wer Augen hat, soll hören und schauen,
Wer Hände hat, soll hören, schauen und tätig sein,
Wer Füße hat, soll hören, schauen, tätig sein und gehen,
Wer einen Mund hat, soll hören, schauen, tätig sein, gehen und sprechen, und schweigen... und schweigen und sprechen

Kurt Wulf
Die Drei Bienen

Val d'Elsa (Elsa-Tal)

Die Val d'Elsa erstreckt sich zwischen den Provinzen von Florenz, Siena und Volterra. Die menschliche Präsenz lässt sich sehr weit zurückverfolgen und die ersten Siedlungen der Etrusker stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. gehörte das Tal dann unter dem Namen "Agro Florentia" zum Römischen Reich. Seine Geschichte im Hochmittelalter war sehr komplex und insbesondere durch die Präsenz der Longobarden unter König Desiderius und der Franken unter Karl dem Großen geprägt.

Der Bau der Via Francigena (Frankenstraße) am Ende des 10. Jahrhunderts zog zahlreiche Bevölkerungsgruppen aus ganz Europa an und führte zu einer starken Entwicklung von Landwirtschaft und Handel.

Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert bildete sich rund der neu gegründeten Burgstädte Castelfiorentino, Certaldo, Semifonte, Barberino Val d'Elsa, Poggibonsi, Colle Val d'Elsa, San Gimignano, Casole d'Elsa und Monteriggioni eine neue Gesellschaftsform heraus.

Unter der politischen Führung der Ghibellinen und der neu gegründeten Handwerkszünfte erfuhr die Val d'Elsa eine starke Entwicklung in Wirtschaft, Handel, Rechtssprechung und Verwaltung.

Einen besonderen Impuls erhielten die kulturellen Aktiväten im Breich der Literatur, Malerei und Skulptur. Am Anfang des 13. Jahrhunderts entwickelte sich in der Val d'Elsa die Gastkultur: es wurden die ersten Herbergen, Gasthäuser und Handwerksläden eröffnet und es gab zudem Aufführungen von fahrenden Theaterkompagnien. Fra Niccolò da Poggibonsi veröffentlichte einen der ersten Reiseführer unter dem Titel "Libro d'Oltremare".